Anki-Karten erstellen, die sich eindeutig beantworten lassen
Eine klare Frage, eine prüfbare Antwort und ausreichend Kontext für spätere Wiederholungen.
Redaktionell verantwortlich: Unissito-Redaktion · Aktualisiert am
Eine hilfreiche Karte macht deutlich, welche Antwort du aus dem Gedächtnis geben sollst. Wenn du bei jeder Wiederholung erst erraten musst, worauf die Frage zielt, solltest du die Karte überarbeiten. Ein kleiner Satz klarer Fragen ist ein guter Ausgangspunkt für deine eigene Sammlung.
Notiz und Karte auseinanderhalten
In Anki speichert eine Notiz zusammengehörige Informationen in Feldern. Der Notiztyp und seine Kartenvorlagen bestimmen, welche Karten daraus entstehen. Eine einfache Notiz kann eine Karte erzeugen; eine Vorlage mit zusätzlicher Rückrichtung kann mehrere erzeugen. Prüfe deshalb in der Vorschau, welche Fragen dein gewählter Notiztyp tatsächlich erstellt.
Eine zu große Frage eingrenzen
„Erkläre alles zur Normalverteilung“ lässt sich schwer bewerten. Präziser wäre „Welche zwei Parameter legen eine Normalverteilung fest?“ mit der Antwort „Erwartungswert und Varianz beziehungsweise Standardabweichung“. Eine zweite Karte kann nach der Bedeutung der Parameter fragen. Eine Zeichnung oder Rechnung prüfst du in einer eigenen Aufgabe. Zerlege den Stoff so, dass du die jeweilige Antwort verlässlich beurteilen kannst.
Den Kartentyp passend zur Frage wählen
- Frage und Antwort: Für Begriffe, Begründungen und kurze Vergleiche mit einer klaren Erwartung.
- Lückentext: Für eine gezielte Information in einem verständlichen Satz. Die sichtbaren Wörter sollten die Antwort nicht schon verraten.
- Bildabdeckung: Für benennbare Teile einer Abbildung, die du zuvor verstanden hast.
- Rückrichtung: Nur dann zusätzlich erzeugen, wenn auch die umgekehrte Frage sinnvoll und eindeutig ist.
Kontext und Zusatzwissen trennen
Auf die Vorderseite gehört der Kontext, den du zum Verstehen der Frage brauchst: etwa das betrachtete Modell oder eine nötige Annahme. Auf die Rückseite kommt zuerst die erwartete Antwort, danach können Erklärung, Gegenbeispiel und Quelle folgen. Vermeide eine Rückseite mit vielen gleich gewichteten Details, bei der du trotz einer richtigen Kernantwort nie weißt, wie du dich bewerten sollst.
Die Karte ohne ihre Nachbarn prüfen
Lies die Vorderseite einzeln. Formulierungen wie „Was gilt hier?“ oder „Wie eben gezeigt“ brauchen zusätzlichen Kontext, wenn die Karte später allein erscheint.
Fehler als Anlass zur Überarbeitung nutzen
Wenn du eine Karte wiederholt verwechselst, prüfe die Ursache. Fehlt eine Grundlage, lies den Zusammenhang nach. Sind zwei Antworten möglich, ergänze eine Bedingung. Besteht die Antwort aus einer langen Liste, formuliere kleinere Fragen oder eine passende Übungsaufgabe. Halte die fachliche Aussage beim Überarbeiten an der ursprünglichen Quelle fest.
Drei Karten vor und nach der Überarbeitung
Die folgenden Karten sind eigene Beispiele. Prüfe jeweils, ob die neue Frage auch einzeln verständlich und ihre Antwort eindeutig bewertbar ist.
- Unklar: „Wie berechnet man ihn?“ → „Wie bestimmst du den Median bei einer ungeraden Anzahl sortierter Zahlen?“ Antwort: „Du wählst den Wert an der mittleren Position.“ Der Bezug und die Voraussetzung stehen nun auf der Vorderseite.
- Zu viel auf einmal: „Erkläre Mittelwert, Median, ihre Berechnung und alle Vor- und Nachteile.“ → Zwei Verfahrenskarten und eine eigene Vergleichsaufgabe erstellen. So erkennst du, welcher Teil noch fehlt.
- Antwort verraten: „Der Median ist der mittlere Wert. Was ist der Median?“ → „Welcher Wert ist bei 2, 5 und 40 der Median?“ Antwort: „5; er steht in der sortierten Reihe in der Mitte.“ Eine zusätzliche Aufgabe mit vier Zahlen prüft die andere Voraussetzung.
